Allergie und Auge

Millionen von Deutschen leiden unter einer Allergie – mit steigender Tendenz. Die erhöhte Luftverschmutzung und veränderte Lebensgewohnheiten fördern möglicherweise das Auftreten von Allergien. Mittlerweile kennt man über 20.000 Allergie auslösende Verbindungen. Die meisten Allergien werden durch den Kontakt mit Pollen, Tierhaaren, Hausstaub, Schimmelpilzen oder Nahrungsmitteln verursacht.

Was ist überhaupt eine Allergie ?

Wenn der Körper für bestimmte Substanzen, mit denen er vorher in Kontakt gekommen ist, sensibilisiert wurde, reagiert er bei erneutem Kontakt mit einer Abwehrreaktion. Bei solchen Stoffen handelt es sich entweder um Eiweiße (z.B. Pollen) oder um kleinmolekulare Stoffe (z.B. Nickelsulfat in Schmuck). Sensibilisiert heißt, der Körper hat sie als fremd und schädlich eingeordnet und bereitet sich durch bestimmte Änderungen in seinem Immunsystem auf den nächsten Kontakt vor. Die Art der dann stattfindenden Abwehrreaktion kommt auf den Ort an, an dem sie ausgelöst wurde. Schleimhäute sind generell eine besonders gute Eintrittspforte für allergene Substanzen. Daher sind häufig die Augen (Bindehautentzündung) und die Nasenschleimhäute (“Heuschnupfen”) und etwas weniger die Luftwege (Asthma) oder gar der Darm (Nahrungsmittelallergie) betroffen. Aber auch die trockene rissige Haut (Neurodermitiker/ Atopiker) ist eine gute Eintrittspforte. 25% der Bevölkerung leiden an Allergien. Ein Drittel davon an einer allergischen Bindehautentzündung. 

Bindehautentzündung bei Allergien

Die Augen sind gerötet, jucken und tränen und man hat das starke Bedürfnis, sich permanent die Augen zu reiben. Einer Entzündung der Bindehaut liegt häufig eine allergische Reaktion zugrunde. Auslöser der Conjunctivitis allergica können Pollen, Staubpartikel oder auch Substanzen in Kosmetikprodukten sein. Brennende, juckende Augen, ein verquollenes, verheultes Gesicht mit geschwollenen, roten Augenlidern – dahinter steckt keine Frühjahrsdepression, es sind die Pollen, die Jahr für Jahr Millionen Menschen die Tränen in die Augen treiben. Sie leiden unter einer allergischen Bindehautentzündung, der sogenannten Heuschnupfen-Konjunktivitis. Aber nicht nur Pollen können für solche allergischen Reaktionen der Augen verantwortlich sein. Auch andere Allergene, die von außen einwirken, wie beispielsweise allergieauslösende Stoffe in Arzneimitteln und Kosmetika, Hausstaub oder Schuppen von Tieren, sowie eine erhöhte Histaminkonzentration und körpereigene Entzündungsstoffe kommen als Auslöser einer Bindehautreizung infrage.

Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion müssen die Auslöser gefunden werden. Hierfür ist nicht der Augenarzt, sondern der Allergologe erster Ansprechpartner. Ein Allergietagebuch, in dem verzeichnet wird, wann, wo und in welchem Zusammenhang die Symptome auftreten, gibt ihm erste wichtige Anhaltspunkte. Am häufigsten sind saisonale allergische Bindehautentzündungen, die pünktlich zum Pollenflug auftreten. Bei ganzjährigen Beschwerden sind hauptsächlich Hausstaubmilben oder Schuppen von Tieren die Auslöser. Hauttests oder konjunktivale Provokationstests, bei denen die verdächtigen Allergene unter Beobachtung der Reaktionen in Hautkontakt gebracht bzw. in den Bindehautsack des Auges geträufelt werden, helfen bei der genauen Identifizierung des Allergens.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Handelt es sich um eine allergische Reaktion, so gelten grundsätzlich die gleichen Maßnahmen wie bei allen anderen Allergien: Der Betroffene muss versuchen, das auslösende Allergen zu meiden. Bei einer allergischen Reaktion auf bestimmte Kosmetika, die nahe den Augen aufgetragen werden, oder auch bei einer Kontaktallergie auf bestimmte Bestandteile von Augentropfen und Salben wird dies nicht allzu schwierig sein. Anders sieht es bei Allergenen aus, die sich, wie beispielsweise Pollen oder Hausstaub, in der Luft befinden. 

Medikamente gegen die allergische Konjunktivitis

Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Medikamenten, die die Symptome der allergischen Bindehautentzündung mildern oder beseitigen können. Für schnelle Hilfe bieten sich antiallergische Augentropfen an. Über die rein symptomatische Therapie hinaus ist es natürlich am besten, die allergische Bindehautentzündung wirklich zu heilen, was manchmal mit einer spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, gelingt.

Hier geht es zum Heuschnupfen-Kalender.