Diabetes und Auge (diabetische Retinopathie)

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes beeinflusst nicht nur das tägliche Leben der Patientinnen und Patienten mit der Notwendigkeit zu Diät, der Einnahme von Tabletten oder dem Spritzen von Insulin, der Gefährdung durch Koma (bei zu hohem Blutzucker) oder hypoglykämischem Schock (bei starkem Blutzuckerabfall). Mit zunehmender Zeitdauer können insbesondere bei schlechter Blutzuckereinstellung vor allem die kleinen Blutgefäße des Körpers, die so genannte Mikrozirkulation, in vielen Organen nachhaltig geschädigt werden.

 Ganz besonders dramatisch kann die Auswirkung des Diabetes auf die Mikrozirkulation in unserem wichtigsten Sinnesorgan, dem Auge, sein. Es kann zur Schädigung der Netzhaut, der hochsensiblen Schicht im Inneren des Auges, kommen.

Die Netzhaut besteht aus Sinneszellen, Nervenzellen und -fasern. Sie ist für die Lichtaufnahme und Weiterleitung zum Gehirn verantwortlich. Nervengewebe benötigt ausgesprochen viel Sauerstoff. Dadurch ist die Netzhaut besonders gegenüber der Zuckerkrankheit empfindlich. Netzhautveränderungen infolge der Zuckerkrankheit werden als diabetische Retinopathie bezeichnet.
Die diabetische Retinopathie entwickelt sich sehr langsam. Im Durchschnitt tritt sie nach 10 bis 12 Jahren Diabetes auf. Bei schlechter Zuckereinstellung kann sie wesentlich früher, bei guter auch wesentlich später entstehen.

Diabetische Augenveränderungen müssen rechtzeitig erkannt werden, damit mit den Möglichkeiten der modernen Medizin geholfen und das Sehvermögen bewahrt werden kann, denn leider erblindet in Deutschland immer noch ca. alle 6 Stunden ein Mensch an den Folgen der diabetischen Retinopathie.